Tag 6: Gletscher

Gestern ging’s im Skaftafell Nationalpark mit ‘ner Gletscherwanderung auf Europas größten Gletscher los. Nachdem wir nur 2,5 Stunden Zeit hatten ging es zwar nicht so richtig weit in den Gletscher rein, aber er war trotzdem ein faszinierendes Erlebnis das Lust darauf macht sowas mal ausgiebiger anzugehen. Is muss aus sagen dass ich das Laufen mit den Steigeisen auf’m Eis irgendwie leichter/angenehmer find als das Waten im Sand(strand).
Nachmittags waren wir dann mit ‘nem Amphibienbot auf der Jökulsarlon. Das ist eine Lagune mit Meerzugang (und somit salzwasserhaltig) in die ein Gletscher bricht weswegen da lauter Eisberge drin schwimmen. (Das Ganze kennt man aus “Die another Day” weil hier die Eisszenen gedreht wurden. Dafür wurde die Lagune extra eingefroren (indem man den Meerzugang gesperrt hat damit kein Salzwasser mehr nachkommt).
Nach der Bootsfahrt war ich dann noch gemütlich am Strand gesessen (500 Meter weg) und hab’ den Eisbergen/-brocken beim (durch den Temperaturunterschied dampfend) in’s Meer schwimmen zugekuckt. Hätte da den halben Tag sitzen bleiben können. (Nebenbei hab’ ich mich noch von ‘ner Raubmöwe ärgern lassen weil die jedesmal wenn ich sie im richtigen Ausschnitt hatte 5 Meter weiter gehüpft is
. Laut ‘nem Mitreisenden der da auf der anderen Seite der Mündung war hatte ich auch ‘n paar Robben direkt vor der Nase die ich aber leider ned gesehen hab’.
Abends stand dann die Übernachtung in der Hafenstadt Höfn an wo der Hafenspaziergang (nach dem üblichen Essen in der Tanke) aber recht kurz ausfiel weil ‘n ziemlicher eisiger Wind aufkam (der heuter aber schon wieder weg is).
Heute steht dann erst mal Kilometer machen (nämlich 480 an der Zahl) auf’m Programm weil’s vom äußersten Südosten in den zentralen Norden (nach Myvatn = Fliegenwacht) geht.
Entsprechend hatt’ ich grad’ Zeit im Bus zu tippen – und die Landschaft geniessen. Die hat nämlich nach wie vor nix von ihrem Reiz verloren. Was daran liegt dass die sich immer wieder innerhalb weniger km total verändert. Andererseits hält des dann aber auch wieder vom tippen ab.
Leider gestaltet sich das aus’m Bus fotografieren dann auch immer recht problematisch dank der Strassenbeschaffenheit hier.
Sind gerade auf der Ringstraße (Nr. 1) unterwegs die schon relativ gut is … in Deutschland is aber mancher Feldweg ebener. (Unser Busfahrt fährt ‘n Straßenmotorad und meinte er musste bei ‘ne Inselumrundung schon mal nach der halben Strecke den Reifensatz wechseln.)
Was ich auch ganz spassig finde is dass die Brücken (wohl aus Kostengründen) zu 99% einspurig sind. Aber neben den Schafen die sich gerne mal mitten auf der Straße niederlassen oder den Joggern die auch in der Regel (mitten!) auf der Hauptverkehrtsstraße unterwegs sind (frag’ mich wohin weil is ja kein Rundkurs) kommt’s auf ‘n Hindernis mehr oder weniger au ned drauf an.
Die Ortschaften hier sind auch … anders. Die großen haben meist irgendwas zwischen 200 und 1000 Einwohner aber ‘ne Infrastruktur als wären’s ‘n paar Tausend was daran liegt dass sie als Versorgungszentrum für die umliegenden (des können dann schon mal knapp 100 km sein) Bauernhöfe dienen.

